Alternate Access Mappings

Wie der Name schon sagt, geht es darum einen SharePoint mit verschiedenen Url’s aufzurufen. Nehmen wir mal ein Beispiel, welches absolut sinnfrei ist, aber die technischen Vorgänge sehr gut beschreibt.

Wir haben in einem Unternehmen drei verschiedene Abteilungen und jede Abteilung möchte den selben SharePoint mit jeweils einer eigenen Url aufrufen.

Abteilung 1 –> http://personal.unternehmen.int
Abteilung 2 –> http://schulung.unternehmen.int
Abteilung 3 –> http://vertrieb.unternehmen.int

Zunächst mal muss natürlich sichergestellt werden, dass alle drei Url’s DNS-technisch auf dieselbe IP-Adresse mappen. Das ist nicht Sache des SharePoints, das ist Sache des DNS-Servers im Unternehmensnetzwerk und wird dort eingerichtet.

Ist dies sichergestellt, müssen alle oben genannten Url’s in den „Site Bindings“ des IIS konfiguriert werden. Am einfachsten geht das, indem man alle eingehenden Requests entsprechend konfiguriert.

Alternativ könnte man auch die einzelnen Hostnamen konfigurieren. Das würde allerdings dazu führen, dass auch nur die konfigurierten Url’s für Requests verwendet werden können. Andere Url’s würden gar nicht erst den Weg in den SharePoint finden, da sie bereits vom IIS abgewiesen werden.

Wir sind nun soweit, dass alle drei Requests im selben SharePoint landen und dort verarbeitet werden. Das „Alternate Access Mapping“ im SharePoint allerdings ist defaultmäßig beispielsweise folgendermaßen konfiguriert.

Das bedeutet, dass die Requests zwar durch den IIS gehen, aber vom SharePoint selber nicht erkannt werden. Was kennt der SharePoint denn eigentlich? Der SharePoint kennt alle konfigurierten „Internal Url’s“, in der obigen Konfiguration ist das eben nur „http://host01“. Mit „http://personal.unternehmen.int“ kann er nichts anfangen und gibt ein „401 UNAUTHORIZED“ zurück.

Um nun die drei Unternehmens-Url’s bekannt zu machen, müssen sie über „Add Internal URLs“ als Internal Url’s hinzugefügt werden.

Man beachte, dass alle drei Url’s zur selben Zone „Default“ hinzugefügt wurden. Eine Zone ist lediglich ein Bezeichner und hat nichts mit den Zonen des Internet Explorers (Internet, Lokales Intranet, Vertrauenswürdige Sites, usw.) zu tun. Die Zonen im „Alternate Access Mappings“ könnten auch komplett andere Bezeichnungen haben. Wichtig ist nur, dass die Anzahl der AAM-Zonen genau 5 beträgt und die Namen mit Default, Intranet, Internet, Custom und Extranet fest vergeben sind.

Weiter ist wichtig, dass jeder Zone genau eine Public Url zugewiesen werden kann. In unserem Fall ist der Zone „Default“ die Public Url „http://host01“ zugewiesen.

Wichtig: Jede hier konfigurierte Public Url muss in den IIS Site Bindings ebenfalls konfiguriert werden.

Ok, wir haben alle bisher konfigurierten Internal Url’s der Zone „Default“ zugeordnet. Wir könnten dieser Zone „Default“  noch beliebig viele weitere Internal Url’s zuweisen. Es gibt hier nach oben hin keine Grenze.

Welche Rolle spielt nun die „Public Url“ der Zone?

Diese Pulic Url wird vom SharePoint an den Client zurückgegeben. Wenn in unserem obigen Beispiel ein Client eine der drei Url’s requesten würde, würde der SharePoint alle Responses mit der Public Url versehen. Der Client rendert also alle Links mit „http://host01“ heraus.

Nun wieder zurück zu der Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Konfiguration. Beispielsweise könnte eine solche Konfiguration in einem Load Balancing Szenario durchaus Sinn machen, da hier ja mehrere Webfrontendserver für den Client bezüglich der gerenderten Url’s „gleich“ aussehen sollen. Jeder Webfrontendserver muss ja hier die Url des Load Balancers rendern, an den die Requests der Clients gehen.

Wann arbeitet man mit mehreren Zonen?

Eine weitere Zone kann zum Beispiel dann konfiguriert werden, wenn der SharePoint sowohl im internen Unternehmensnetzwerk (Public Url: http://host01) als auch im Internet (Public Url: http://www.unternehmen.de) verwendet wird.

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